Rolle Rückwärts in München: Diese Fragen sollte man sich stellen


Bereits diesen Mittwoch soll die Entscheidung fallen: München will bis 2021 die Nutzung des GNU/Linux-Desktop-Clients “LiMux” beenden und damit ein erfolgreiches Leuchtturmprojekt beenden. Ich habe dazu einen ausführlichen Artikel auf Netzpolitik.org veröffentlicht. Bürger haben ein Recht darauf, dass der Stadtrat verantwortungsvoll und professionell arbeitet. Angesichts der Tragweite der Entscheidung sollte auf jede der folgenden Fragen den beteiligten Stadträten die Antwort daher bereits vorliegen. Gerne dürfen diese Fragen auch als Grundlage verwendendet werden um die Entscheidungsträger zu kontaktieren.

Die drängendsten Fragen zur Entscheidung über die zukünftige IT Startegie in München

  • Warum ignoriert der Stadtrat mit seiner Entscheidung die von ihm selbst beauftragten Studien (MitKonkret, it@M Plus, Accenture) welche alle übereinstimmend mit der it@M die Organisationsstrukturen als Ursprung aller Probleme erkannt haben?
  • Existiert ein Zusammenhang zwischen dem Umzug von Microsoft nach München und der Rückkehr zu Microsoft?
  • Wieso werden immer wieder kostenintensive Gutachten und externe Firmen beansprucht, wenn der Stadtrat letztendlich diesen Empfehlungen nicht folgt? Siehe u.a. auch bereits Mitkonkret, die damals eine volle GmbH oder ein IT-Referat empfohlen haben aber von einer Mischform abrieten.
  • Auf wessen Kompetenz fundiert der Stadtratsbeschluss und die darin enthaltene Einschätzung dass Accenture, it@M und alle beteiligten IT-Experten falsch liegen und die Ursachen sich mit einer technologischen Entscheidung lösen ließen?
  • Diese Entscheidung des Stadtrates hat tiefgreifende technische Konsequenzen. Welcher IT-Architekt hat den Stadtrat diesbezüglich beraten und entschieden, dass die kostenintensive Umstellung auf Microsoft Windows eine notwendige Maßnahme ist?
  • Wie glaubt der Stadtrat in zwei Jahren eine komplett neue Infrastruktur zu schaffen angesichts der Tatsache dass auch die bestehende Infrastruktur mit der geplanten Grösse ihre Schwierigkeiten hat. Wie sollen in diesem Zeitraum 30.000 Mitarbeiter geschult, über 9.000 Vorlagen umgebaut, Wollmux und hunderte von komplexen Makros ersetzt werden?
  • Ist dem Stadtrat bewusst, wie er durch den Antrag die Leistung der IT-Mitarbeiter der Stadt herabwürdigt und dass dieses Verhalten die Attraktivität der Landeshauptstadt München als Arbeitgeber für kompetente IT-Spezialisten nachhaltig schädigt?
  • Was passiert mit den Mitarbeitern, die zur Zeit für den Basisclient und LibreOffice entwickeln? Werden diese entlassen oder wird ihnen eine angemessene Zeit zur Umschulung gegeben?
  • Welche Auswirkung hat diese Entscheidung auf den Betrieb der GNU/Linux-Server und das erst kürzlich neu aufgebaute Rechenzentrum der Stadt?

Weiter Fragen die man sich zu dem Thema stellen sollte

  • Wieso glaubt der Stadtrat an, Fachentscheidungen besser treffen zu können als die mit dem Thema beauftragten Fachleute?
  • Haben die Stadträte des Antrags geschäftliche Verbindungen zu Microsoft oder Microsoft-nahen Firmen?
  • Auf welcher Basis wurde entschieden, dass Windows das geeignete System sei?
  • Die Entscheidung ist nicht produktneutral und benachteiligt u.a. deutsche Anbieter und den Wirtschaftsstandort München. Ist das legal oder drohen der Stadt und den für die Entscheidung Verantwortlichen rechtliche Konsequenzen und Regressforderungen?
  • Erratische und unabgestimmte Entscheidungen können auch dazu führen dass viele Firmen bei Ausschreibungen der Landeshauptstadt München in Zukunft nicht mehr teilnehmen. Wie will der Stadtrat dies verhindern wenn Ausschreibungen, Projekte und betriebsfähige Software durch diese Entscheidung einfach weggeworfen werden?
  • Soll die technische Umstellung die notwendige administrative Umstellung ersetzen?
  • Wie verhält sich die geplante Entscheidung zum Teil der Entscheidungsvorlage in der die Notwendigkeit einer heterogenen, von Windows unabhängigen, Infrastrukturstrategie hervorgehoben wird?
  • Wie verhält sich diese Entscheidung insbesondere zu der “Web First”-Strategie, welche ebenfalls in der Entscheidung angesprochen wird?
  • Es gab schon in der Vergangenheit Gerüchte, dass der Stadtrat sich nicht an die Vorgaben der Stadt gehalten hat und unbetreute Windowsclients im Backbone der Stadt oder für Stadtratsaufgaben eingesetzt hat. Dies wäre u.A. eine grob fahrlässige Gefährdung der IT-Sicherheit. Entsprechen diese Gerüchte den Tatsachen?
  • Worauf begründet der Stadtrat seinen Optimismus, dass es keine Reibungsverluste zwischen den DiKas, der GmbH und dem Eigenbetrieb geben wird?
  • Soll der Stadtratsbeschluss zu einer Abschaffung der städtischen Infrastruktur führen bei der alle Daten der Bürger in der Accenture/Microsoft-Cloud gespeichert werden?
  • Wie sieht der Stadtrat die Gewährleistung des Datenschutzes, insbesondere angesichts der Executive Order von Präsident Trump welche den Datenschutz für nicht-US-Bürger abgeschafft hat.
  • Der Stadtrat zwingt mit dieser Entscheidung die Bürger der Landeshauptstadt München zum Einsatz von Microsoft Office für die Kommunikation mit der Verwaltung. Übernimmt der Stadtrat auch die Kostenfolgen dieser Entscheidung für die Bürger die aktuell nicht über Microsoft Office verfügen?
  • Der Stadtrat hat verlauten lassen, dass der Dokumentenaustausch wegen mangelnder Kompatibilität problematisch sei. Auf welche Art und Weise hat der Stadtrat vor, den Austausch von Dokumenten per E-Mail auszubauen? Angesichts von Viren, Erpressungs-Crypto-Trojanern und staatlichen Angreifern mit dem Ziel der Wirtschaftsspionage und
    Manipulation scheint dieses Ziel in die falsche Richtung zu gehen. Stellt dies nicht eine Gefährdung der Sicherheit der städtischen IT durch die Entscheidung des Stadtrats dar?
  • Wie beeinflusst die Entscheidung des Stadtrats die Kosteneffizenz des Gutachtens?

The most sincere form of flattery


Looking for Freedom

CC BY-ND 2.0 by Daniel Lee

Nextcloud now exists for almost exactly 8 months. During this time we put a lot of efforts in polishing existing features and developing new functionality which is crucial to the success of our users and customers.

As promised, everything we do is Free Software (also called Open Source), licensed under the terms of the GNU APGLv3. This gives our users and customers the most possible flexibility and independence. The ability to use, study, share and improve the software also allows to integrate our software in other cloud solutions as long as you respect the license and we are happy to see that people make use of this rights actively.

Code appearing in other app stores

We are proud to see that the quality of our software is not only acknowledged by our own users but also by users of other cloud solutions. Recently more and more of our applications show up at the ownCloud App Store. For example the community driven News app or the Server Info app, developed by the Nextcloud GmbH. Additionally we have heard that our SAML authentication application is widely considered far better quality than other, even proprietary alternatives, and used by customers of our competitors in especially the educational market. All this is completely fine as long as the combination of both, our application and the rest of the server, is licensed under the terms of the GNU AGPLv3.

Not suitable for mixing with enterprise versions

While we can’t actively work on keeping our applications compatible with other cloud solutions, we welcome every 3rd party efforts on it. The only draw-back, most of the other cloud solutions out there make a distinction between home users and enterprises on a license level. While home users get the software under a Free Software license, compatible with the license of our applications, Enterprise customers don’t get the same freedom and independence and are therefore not compatible with the license we have chosen. This means that all the users who uses propriety cloud solutions (often hidden by the term “Enterprise version”) are not able to legally use our applications. We feel sorry for them, but of course a solution exists – get support from the people who wrote your software rather than a different company. In general, we would recommend buying support for real Free Software and not just Open Source marketing.

Of course we don’t want to sue people for copyright violation. But Frank choose the AGPL license 7 years ago on purpose and we want to make sure that the users of our software understand the license and it’s implications. In a nutshell, the GNU AGPLv3 gives you the right to do with the software whatever your want and most important all the entrepreneurial freedom and independence your business needs, as long as the combined work is again licensed under the GNU AGPLv3. By combining GNU AGPLv3 applications with a proprietary server, you violate this rule and thus the terms of the license. I hope that other cloud solutions are aware of this problem, created by their open-core business model, and take some extra steps to protect their customers from violating the license of other companies and individual contributors. For example by performing a license check before a application gets enabled.

Open Core is a bad model for software development

This is one of many problems arising from the usage of open core business models. It puts users on risk if they combine the proprietary part with Free Software, more about it can be read here. That’s why we recommend all enterprise and home users to avoid a situation where proprietary and free licensed software is combined. This is a legal minefield. We at Nextcloud decided to take a clear stance on it. Everything is Free Software and there is only one version of the software for both home users and enterprises. Thus allows every home user, customer or partner to use all applications available as long as they respect the license.

Werkzeugkasten Freie Software


Open Education Resources

Nach viel Arbeit, die dank einem tollen Autoren-Team und Herausgeber mindestens genauso viel Spaß gemacht hat, freue ich mich das der Werkzeugkasten Freie Software veröffentlicht wurde. Ganz im Sinn der Open Education Resources ist der Werkzeugkasten unter der Creative Commons By-SA Lizenz erhältlich. Damit können alle Inhalte im und außerhalb des Unterrichts frei verwendet werden, solange die Quelle benannt wird. Auch Anpassungen und Erweiterungen sind durch die Lizenz erlaubt. Hierfür steht der vollständige Werkzeugkasten als HTML, PDF, DOCX und ODT zum Download bereit.


Das Konzept Freie Software ist für die Schule wie geschaffen. Freie Software erlaubt es die Software für jeden Zweck zu verwenden, sie zu untersuchen, anzupassen und weiterzugeben. Dadurch können Schüler ohne Hindernisse, wie restriktive Lizenzen, mit der Software ihrer Wahl arbeiten. Durch die Möglichkeit die Software frei zu kopieren ist sicher gestellt, dass alle Schüler die gleichen Chancen haben und der Erfolg im Unterricht nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängt. Beim Einsatz Freier Software kann auch der Lehrer bedenkenlos die Software an die Schüler ausgeben, so dass zu Hause und in der Schule mit der selben Software gearbeitet werden kann. Schüler können zusammen lernen und die Software untereinander austauschen, dies ist eine Art der Zusammenarbeit wie sie in vielen anderen Bereichen der Schule selbstverständlich ist. Da Software fachübergreifend in nahezu jedem Bereich eingesetzt wird, kommt ihr eine besondere Bedeutung bei der Frage zu, welche Art des Miteinander und der Zusammenarbeit wir in Schulen vermitteln wollen.
Sollte die Neugier groß genug sein, ermöglicht Freie Software auch das sich die Schüler das Innenleben der Software anschauen und diese vielleicht sogar selber anpassen. Dadurch können Schüler spielerisch ein besseres Verständnis für die Technologie erwerben die sie im Alltag umgibt. Grundzüge dieser Technologie zu verstehen wird in Zukunft genauso wichtig sein wie das Lesen und Schreiben. Mit Freier Software haben Schulen die einmalige Gelegenheit Schülern nicht nur die Bedienung einer Black-Box beizubringen, sondern zur Erlangung nachhaltigem Wissens beizutragen.

Proprietäre Software verwendet oft seine ganz eigenen, undokumentierten Dateiformate. Dadurch besteht die Gefahr das man frühzeitig Dokumente in Formaten anhäuft welche man in Zukunft entweder gar nicht mehr lesen kann oder die einen dazu zwingen weiterhin Software des gleiche Herstellers einzusetzen. Dieser Lock-In Effekt ist einer der Gründe warum Hersteller ihre proprietäre Software oft bereitwillig günstig oder vollständig kostenlos an Schulen ausgegeben. Man sollte sich gut überlegen ob man ein solches zweifelhaftes “Geschenk” annehmen will. Im Gegensatz dazu basiert Freie Software oft auf standardisierten Dateiformaten. Diese erhöhen die Chancen, dass man seine Dokumente auch noch viele Jahre nach der Erstellung lesen und weiterverarbeiten kann. Auch die Möglichkeiten die Software zu wechseln sind dadurch deutlich besser.

Ich hoffe, dass es uns mit dem Werkzeugkasten Freie Software gelungen ist sowohl die grundlegenden Prinzipien und Vorteile Freier Software zu vermitteln, also auch ganz konkrete Softwarelösungen und Einsatzmöglichkeiten für den Alltag in der Schule vorzustellen. Ich bin schon sehr gespannt wie das Ergebnis angenommen wird und freue mich über jede Art von Rückmeldung.

Freedom for whom?


We want freedom

CC BY SA 2.0 by Quinn Dombrowski

This discussion is really old. Since the first days of the Free Software movement people like to debate to whom the freedom in Free Software is directed? The users? The code? The developers? Often this goes along with a discussion about copyleft vs non-protecting Free Software licenses like the BSD- and the MIT-License. I don’t want to repeat this discussion but look at the question from a complete different angle. I want to look at it from the position of a software company and its business model.

If you talk to Free Software companies you realize, that very few have a business model completely based on Free Software. Most companies add proprietary extensions on top and use this as the main incentive for customers to buy their software. In 2008 Andrew Lampitt coined the term open core to describe this kind of business models. There are many ways to argue in favor of open core. One argument I hear quite often is that the proprietary parts are only useful for large enterprises, so nothing is taken away from the community. This way the community gets reduced to the typical home user, which is a interesting way of looking at it. Why should we make such a distinction? And why does home users deserve software freedom more then large organizations?

I understand that freedom in the context of software is a concept which can sound scary to some companies at the beginning. After all, that was the main reason why Open Source was invented, a marketing campaign for Free Software to make business people feel more comfortable. Interestingly this changes quickly if you go into more details about what software freedom really means. More entrepreneurial freedom, control over the tools they use, software freedom as a precondition for privacy and security, independence, freedom to chose the supplier with the best offering and in case of software development the freedom to build on existing, well established technology instead of building everything from scratch. These are freedoms well understood and appreciated by entrepreneurs and they demand it in many other areas of their daily business. This lead me to the conclusion that software freedom is not only something for home users but it also important for large organizations.

Open core often comes with a important side-effects. Most companies pick a strong copyleft license like the GNU GPL or the GNU AGPL, and then demand that every contributor signs a Contributor License Agreement (CLA). This CLA puts the company in a strong position. They are the only one who can distribute the software under a proprietary license and add proprietary extensions. This effectively removes one of the biggest strengths of copyleft licenses. If you set CLAs aside, copyleft licenses are a great tool to create an ecosystem of equal participants. Equality is really important to make individuals and organizations feel confident that joining the initiative is worthwhile in the long term. Everybody having the same rights and the same duties is the only way to develop a strong ecosystem with many participants. Therefore it is no wonder that projects using CLAs often get slowed down and have a less diverse community.

RedHat was one of the first company which understood that all this, CLA’s and proprietary extensions, do more harm than good. It slows down the development. It keeps your community smaller as necessary and it adds the burden to develop all the proprietary extensions by your own instead of leveraging the power of a large community which can consists of employees, hobbyists, partners and customers. This goes so far that RedHat even embrace competitors like CentOS, which basically gives RedHat Enterprise Linux away for free to people who don’t need the support. For a truly open organization this is not a problem but a great opportunity to spread the software and to become more popular. That’s a key factor to make sure, that RedHat is the de facto standard if it comes to enterprise GNU/Linux distributions.

If a initiative is driven by a strong company it can be useful to move some parts out to a neutral entity. RedHat did this by founding the Fedora project. Another way to do this is by creating a foundation which makes sure that everyone has the same rights. Such a foundation should hold all rights necessary to make sure the project can continue no matter what happens to individual participants, including companies. For the governance of such a foundation it is important that it is not controlled by a single entity.

This is exactly what makes me feel so excited about what we are doing at Nextcloud. We are building a complete free cloud solutions, not only for home users but for everyone. This solution will be much more than just file sync and share, from a company point of view stuff like calendar, contacts and video conferencing will become a first class citizen. All this will be Free Software, developed together with a great community. Home users, customers and partners are invited to be part of it, not just as a consumer but as part of a large and diverse community. Everybody should be empowered to change things to the better. In order to make all this independent from a single company we will set up a foundation. As described above the foundation will make sure that we have a intact and growing ecosystem with no single point of failure. This guarantees that Nextcloud can survive us and any other participant if needed.

Freie Software im Koalitionsvertrag Baden-Württemberg


Landeswappen Baden-Württemberg

Am 13. März wurde in Baden-Württemberg der neue Landtag gewählt. Die nächsten 5 Jahre werden politisch von einer Koalition aus Bündnis 90/Die Grünen und der CDU gestaltet. Am letzten Wochenende wurde hierfür der Koalitionsvertrag von beiden Parteien bestätigt. Ich nahm diese Gelegenheit zum Anlass, um mir den Koalitionsvertrag genauer anzusehen, insbesondere mit Blick auf Freie Software. Dabei wurde ich an mehreren Stellen fündig.

So heißt es im Abschnitt “Chance zur Entbürokratisierung”:

Wir werden die E-Government-Richtlinien und das Beschaffungswesen des Landes bei der IT-Beschaffung in Richtung Open Source weiterentwickeln.

Dies ist sehr zu begrüßen. Unter anderem fordern Organisationen wie die Free Software Foundation Europe (FSFE) oder die Open Source Business Alliance (OSBA) schon seit längerem, dass durch die Öffentlichkeit finanzierte Software unter einer Freie-Software-Lizenz veröffentlicht werden soll und dass bei Ausschreibungen Freie Software stärker beachtet wird. Gerade in diesem Jahr möchten beide Organisationen hierzu auch verstärkt aktiv werden.

Weiter heißt es im selben Abschnitt:

Auch die Bereitstellung freier Software und offener Bildungsressourcen (OER) durch das Landesmedienzentrum begrüßen und unterstützen wir.

Gerade Schulen, in denen die nächste Generation mit Software und Bildungsressourcen zum ersten Mal systematisch in Kontakt kommt, ist es von großer Bedeutung, dass von Anfang an ein Verständnis dafür entwickelt wird, wie man im Informationszeitalter nachhaltig Wissen und Information erarbeitet und veröffentlicht. Wie könnte dies besser geschehen als durch den praktischen Einsatz von Freier Software und freien Lerninhalten?

Im Abschnitt “Allianz Wirtschaft 4.0 für die Digitalisierung im Mittelstand” ist sogar ein ganzer Abschnitt Freier Software gewidmet. So heißt es dort:

Kleine und mittlere IT-Unternehmen im Land sind besonders aktiv in der Entwicklung von freier, quelloffener Software (Open Source) und in den damit verbundenen Dienstleistungen. Open Source bietet ebenso wie freie Standards und offene Formate große Chancen für ein herstellerunabhängiges Software-Ökosystem. Diese Ansätze wollen wir unterstützen.

Hier wird zurecht der Vorteil Freier Software zur Stärkung des Standorts gewürdigt. Freie Software ermöglicht es, lokale Unternehmen zu fördern und sowohl Wissen als auch Wirtschaftsleistung im Land zu halten. Darüber hinaus wird auf die Wichtigkeit eines herstellerunabhängigen Software-Ökosystems hingewiesen. Man darf gespannt sein, wie die konkrete Unterstützung und Förderung in den nächsten Jahren aussehen wird.

Der Abschnitt “DIGITAL@BW: Schulen mit Digitalisierung und Medienkompetenz” wird noch einmal ausführlicher auf die Rolle von Freier Software und Open Education Resources (OER) eingegangen:

Wir werden die pädagogisch begleitete Nutzung von E-Learning-Programmen im Unterricht vorantreiben und ihr Potenzial hin zu einer genau auf den einzelnen Schüler abgestimmten individuellen Förderung erschließen. Digitale Medien sind fächerübergreifend ebenso wie im Fachunterricht hilfreich. Entscheidend ist weniger die Technik als vielmehr das pädagogische Konzept. Wir setzen uns dafür ein, dass an den Schulen verstärkt freie Lern- und Lehrmaterialien (Open Educational Resources und Freie Software) genutzt werden können.

Gerade bei der fortschreitenden Digitalisierung der Schulen besteht die Gefahr, dass mit dem Einsatz von proprietärer Software frühzeitig Produktschulung betrieben wird, anstelle dass Konzepte gelehrt werden. Des Weiteren kann es schnell passieren, dass der Unterricht mehr oder weniger direkt zur Werbung für einzelne Unternehmen und Produkte genutzt wird. Auch darf der Lock-In Effekt nicht unterschätzt werden. Haben Schüler über viele Jahre hinweg gelernt, mit einer bestimmten Software zu arbeiten und viele Dokumente in proprietären Formaten erstellt, wird ein späterer Wechsel viel schwieriger. Dieses Risiko kann gemindert werden, indem die Schulen darauf achten, dass Dokumente in offen standardisierten Formaten erstellt und bereitgestellt werden.

Es ist zu begrüßen, wenn durch den Einsatz von Freier Software und Offenen Standards eine Bindung an einzelne Programme oder Unternehmen verhindert oder zumindest reduziert wird. Dies gelingt natürlich nur, wenn der Unterricht auch entsprechend aufgebaut ist. Die Wahl von freien Werkzeugen und offen Bildungsressourcen sorgen aber schon einmal für gute Grundvoraussetzungen.

Die Bekundungen zu Freier Software, Offenen Standards und offenen Bildungsressourcen hören sich durchweg positiv an. Wie man aus vergangenen Koalitionsverträgen weiß, bedeutet das aber nicht immer, dass auch alles entsprechend umgesetzt wird. Von daher bleibt es spannend zu beobachten was in den nächsten fünf Jahren in Baden-Württemberg im Bezug auf Freie Software passiert. Ich werde es mit großem Interesse verfolgen und freue mich, wenn ich im Laufe dieser Zeit über konkrete Umsetzungen berichten kann.

The next Generation of Code Hosting Platforms


Source Code

CC BY-SA 2.0 by
Christiaan Colen

The last few weeks there has been a lot of rumors about GitHub. GitHub is a code hosting platform which tries to make it as easy as possible to develop software and collaborate with people. The main achievement from GitHub is probably to moved the social part of software development to a complete new level. As more and more Free Software initiatives started using GitHub it became really easy to contribute a bug fix or a new feature to the 3rd party library or application you use. With a few clicks you can create a fork, add your changes and send them back to the original project as a pull request. You don’t need to create a new account, don’t need to learn the tools used by the project, etc. Everybody is on the same platform and you can contribute immediately. In many cases this improves the collaboration between projects a lot. Also the ability to mention the developer of other projects easily in your pull request or issue improved the social interactions between developers and makes collaboration across different projects the default.

That’s the good parts of GitHub, but there are also bad parts. GitHub is completely proprietary which makes it impossible to fix or improve stuff by yourself or run it by your own. Benjamin Mako Hill already argued 2010 why this is a problem and why Free Software needs free tools. More and more people seems to realize that this can create serious problems and a large group of active and influential GitHub users sent a letter to GitHub which ends with:

“Hopefully none of these are a surprise to you as we’ve told you them before. We’ve waited years now for progress on any of them. If GitHub were open source itself, we would be implementing these things ourselves as a community — we’re very good at that!”

I can’t stress this argument enough. The Free Software community is a community of people who are used to do stuff and don’t just consume it. If we use a third party library and find a bug or need a feature we don’t just complain, instead we look at the code, try to fix it and provide a patch to upstream. We could do the same for the tools we use. But we need to be able to do it. It has to be Free Software.

Now a lot of rumors and discussion evolved around the news that GitHub is undergoing a full-blown overhaul as execs and employees depart. Some people even predict that this will be the end of GitHub.

Wait for it. Three months from now, GitHub introduces "features" no-one wants or needs. 12 months from now, the exodus.

— Pieter Hintjens (@hintjens) February 7, 2016

It seems that many people underestimated the lock-in effect of the new hosting platforms such as GitHub for a long time. Now they start to realize that it might be easy to export the git repository but what about the issue tracker, the wiki, CI integration, all the social interaction and collaboration between the projects, all the useful scripts written for the GitHub-API? You can’t clone all this stuff easily and move on.

I don’t want to go deeper into the discussion about what’s going on at GitHub and what will happen next. There are plenty of articles and discussions about it, you can read some of them if you follow the links in this blog.

At the moment the ESLint initiative discusses the option to move away from GitHub and by reading the comments you can get a idea about the lock-in effect I’m talking about. With the growing dissatisfaction and with people realizing that they are sitting in a “golden cage” I have the feeling that we might have a opportunity to think about the next generation of code hosting platforms and how they should look like.

Some of you may remember how Git come into existence, the tool which is used as the underlying technology of GitHub. Ironically, Git was born because of quite similar reasons for which the next generation source code hosting platforms might arise. Before Git, the Linux-Kernel developer community used BitKeeper. BitKeeper is a proprietary source control management system. The developer decided to use it because from a technical point of view BitKeeper was so much better than what we had until then, mainly SVN and CVS. The developer enjoyed the tool and didn’t thought about the problems such a dependency could create. At some point the copyright holder of BitKeeper had withdrawn gratis use of the product after claiming that Andrew Tridgell had reverse-engineered the BitKeeper protocols. The Linux-Kernel community had to move on and Linus Torvalds wrote Git.

Back to the next generation of source code hosting and collaboration platforms. It is easy to find Free Software to run your own git repository, a issue tracker and a wiki. But in 2016 I think that this is no longer enough. As described before, the crucial part is to connect software initiatives and developer to make the interaction between them as easy as possible. That’s why traditional code hosting platforms like for example Savannah are no longer a real option for many projects. I think the next generation code hosting platform needs to work in a decentralized way. Every project should be able to either host its own platform or chose a provider freely without loosing the connection to other software initiatives and developers. This development, from proprietary and centralized solutions to centralized Free Software solutions to federated Free Software solutions is something we already saw in the area of social networks and cloud services. Maybe it is worth looking at what they already achieved and how they did it.

To make the same transition happen for code hosting platforms we need implementations based on Free Software, Open Standards and protocols which enabled this kind of federation. The good news is that we already have most of them. Git by itself is already a distributed revision control system and doesn’t need a central server for collaboration. What’s missing is a nice web interfaces to glue all this parts together: a issue tracker, a wiki, good integration in Free Software CI tools, good APIs and of course Git. This will enable us to fork projects across servers, send pull requests, interact with the other developers and comment on issues no matter if they are on the same server or not. Chances are high that we will already find a suitable protocol by looking at the large amount of federated social networks. By choosing a exiting protocol of a established federated social network we could even provide a tight integration in traditional social networks which could provide additional benefits beyond what we already have. The hard part will be to pull all this together. Will it happen? I don’t know. But I hope that after we have seen the raise and fall of SourceForge, Google Code and maybe at some point GitHub we will move on to create something more sustainable instead of building the next data silo and wait until it fails again.

Free Software, Open Source, FOSS, FLOSS – Same same but different


There are two major terms connected to software you can freely use, study, share and improve: Free Software and Open Source. Based on them you can also find different combinations and translations like FOSS, Libre Software, FLOSS and so on. Reading articles about Free Software or listening to people involved in Free Software often raises the question: Why do they use one term or another and how they differ from each other?

Historical background

Historically, Free Software was the first term, created somewhere around 1984 together with the Free Software definition. In 1997 Debian, a project aiming to create a completely free and community based GNU/Linux distribution, defined the Debian Free Software Guidelines (DFSG) as a check-list to decide whether a program can be included in the distribution or not. In 1998 the Open Source Initiative was set up as a marketing campaign for Free Software and introduced the Open Source definition by copying the DFSG and replacing “Free Software” with “Open Source”. According to a public statement by Bruce Perens, one of the founders of the OSI and author of the DFSG and Open Source Definition, the Open Source term was introduced as a synonym for Free Software. Perens eventually decided to return to the roots of the movement and to speak about Free Software again. This historical development shows that both Open Source and Free Software describe the complete set of software licenses granting the right to use, study, share and improve the software.

In the course of time people came up with even more terms. Today, terms such as Libre Software, FOSS (Free and Open Source Software) or FLOSS (Free, Libre and Open Source Software) are often used to describe Free Software. In some cases people also use terms like “organic software” or “ethical software”. Often the motivation for these terms is to stay out of the terminology debate and to avoid confusion generated by words like “open” or “free”. At the end those terms create more confusion than they help because they virtually invite people to search for differences between the terms where actually no differences exist, regarding the software they describe.

In short, these different terms share the same historical root and describe the same set of software, although the choice of one term over the others highlight different aspects of Free Software.

Usage of the terms by different people and organisations within the movement

Today the Free Software movement is a large and diverse community. People have different interests in Free Software and different motivations to take part in this movement. But these differences are not necessarily related to the language they use. There are many people using the term Open Source and highlight the social and political dimensions of Free Software while on the other hand there are a people in our community who prefer the term Free Software but concentrate more on the practical benefits. This means that the terms Open Source and Free Software are not a good criterion to identify these different motivations.

Beside individuals there are also many well known organisations in the Free Software ecosystem. Many of them play an important role and emphasize different aspects of Free Software. For example, some organisations focus on the technical direction of Free Software projects, some on legal aspects, some on political, social and ethical aspects and some focus on license evaluation. These organisations typically have decided to use one or another term and sticked to it. But this should not lead to the conclusion that the term they use is the critical factor regarding their motivations. The critical factor are the people driving the organisation and the goals of the organisation as such. The practical experience with different organisations and people in the community shows that the line can’t be drawn along the language they use.

This diversity is good, as it reflects that Free Software provides many advantages in many different areas of our life. But we should not divide our community just by the term someone prefers. No matter what term someone uses and what his initial motivation is, at the end most of us work on the same set of software and on the enhancement of software freedom and any other aspect of Free Software.

License evaluation

There are three entities in the Free Software movement which people look to for evaluations of Free Software licenses: The Debian project, the Free Software Foundation (FSF) and the Open Source Initiative (OSI). Most of the time they come to the same conclusion. In some corner cases they may disagree. In such cases the differences do not lie in different terms or different definitions, which as already shown have the same origin, but in the fact that it happens quite often that different people come to different conclusions for challenging legal questions. It would be a big mistake to use these cases to divide our community.

Protective and non-protective licenses

Looking at Free Software licenses there are two main categories, protective or Copyleft licenses and non-protective licenses. While Copyleft licenses are designed to protect the rights to use, study, share and improve the software non-protective licenses allow to distribute the software without those rights. Sometimes people think that the terms Free Software and Open Source are used to distinguish between protective and non-protective licenses. The lists of Free Software licenses by Debian, the FSF and the OSI show that both protective and non-protective licenses comply with the Free Software definition and the Open Source definition. This means that neither the terms Open Source and Free Software nor the different definitions are suitable to distinguish between protective and non-protective licenses.

This graphic should visualise the different software categories and their connection

Protective licenses and non-protective licenses are sub-classes of Free Software licenses recognized by the Open Source Initiative and the FSF. Copyleft or non-Copyleft is not a criteria suitable to distinguish between Open Source and Free Software, both terms describe the same set of software.

Development model

When looking at software we have to distinguish between the software model and the development model. While the software model describes the attributes of the software (e.g. free or proprietary) the development model describes different ways to develop software. As described at full length in “What makes a Free Software company?” the different development models are defined independently of the software models and work for both Free Software and proprietary software. Development models that leverage the advantage of an open and collaborative community can show their full strength in combination with the Free Software model. However this does not mean that an open, collaborative development process is a criterion for Free Software. There are Free Software projects developed by a single person or a company with little or no outside input. On the other hand developers of proprietary software have adapted collaborative development models to fit into their software model, e.g. SAP with its partnership program.

While the development model can be a crucial factor for the success of a software project it is not suitable to distinguish between proprietary software and Free Software or one of its synonyms.

Why do I still insist on calling it Free Software if it is all the same?

If all these terms describe the same software people may wonder why I insist on using the term Free Software. The easiest answer is that I simply have to choose a term if I want to talk about Free Software. As explained in the article all the terms describe the same set of software, therefore I don’t see any value in combining them (e.g. FOSS or FLOSS). Quite the contrary, this combinations often create more confusion than clarity. So the remaining terms are Free Software and Open Source and I decided to stick with Free Software.

Free Software is the oldest term. All other terms have their roots in the Free Software definition. It is a good tradition in science to use the first term and definition given by its author. Furthermore it is also advantageous if a term can be easily translated into different languages​​. This enables people to talk about Free Software in the most natural way, in their first language. In many cases Free Software even translates unambiguously into other languages, e.g. “logiciel libre” in French, “software libre” in Spanish, “software libero” in Italian or “Fri Software” in Danish which avoids the ambiguity between freedom and price of the English word “free”. I believe that it is important to use a clear terminology. I want to convey a strong message about freedom. Language is important because it frames how people think about a subject. Different terms focus on different aspects, even if they describe the same software and the language we use influences our thoughts about a subject. For me freedom is a core value of Free Software and I want that my language reflects this.

Free Software, which is easy to translate in different languages and emphasises the aspect of freedom for individuals, business and public institutions, together with the clear definition provides these values. All this makes Free Software the right choice for me and I invite you to follow me.

Conclusion

For historical reasons there are different terms to describe software that is free to use, study, share and improve. All terms, Open Source, Free Software or one of the combinations have the same roots and describe the same set of software. When it comes to people and groups within the Free Software movement we see a large diversity of motivations, different people or groups focus on different aspects of Free Software. But whatever the motivation may be it is not the doing of the software, it is the people. Neither is it possible to distinguish the people according to the term they use nor is it the business of the Free Software movement or part of the Free Software definition to find and define groups within our community. The Free Software movement identifies Free Software and works on the enhancement and adoption of it with all its positive aspects. Regarding licenses, different groups agree in their evaluation of Free Software licenses except for some corner cases which shows the complexity of legal documents but not a division between people, movements or software along the terms they use. Protective (Copyleft) and non-protective licenses are sub-classes of Free Software licenses and are recognised as such by all groups in the Free Software movement. These two categories are not suitable to separate Open Source and Free Software.

Even if all these terms describe the same set of software the terminology we use is still important because it frames how people think about a subject. Different terms focus on different aspects, even if they describe the same software. I want to put freedom first, for me freedom is a core value of Free Software and I want to respect the naming by the founder of the Free Software movement. These are the main reasons why I invite you to join me and speak about Free Software.

But no matter which term we use, we should not allow people to split our community just because of different terminology. At the end most of us work on the same set of software, improve it and foster software freedom no matter what our motivation or preferred term is. The community needs to stay together to have an impact on all levels of involvement and to improve Free Software in all aspects. Don’t let others use the strategy of “divide and conqueror” to harm our movement.

In this context you should also read “It’s time for the community to take charge of its brand”.

Edit: The Comment by Bob McConnell shows that maybe the point “copyleft vs non-copyleft” needs to be addressed more explicitly. Therefore I added the sub-section “Protective and non-protective licenses” which was initially planed but got lost somewhere in the process of writing the article

Rückblick auf den Augsburger Linux-Infotag 2012


Letztes Wochenende war es wieder so weit, der “Augsburger Linux-Infotag” stand vor der Tür. Dank der Organisation von Rolf und Wolfgang war die FSFE auch dieses Jahr wieder mit einem Stand vertreten. Auch durch die strategisch gute Position unseres Standes, ungefähr in der Mitte des Gangs direkt gegenüber den Räumen in denen die Vorträge statt fanden,  konnten wir uns über zahlreichen Besuch an unserem Stand zwischen den Vorträgen freuen. Wie sich bereits in den letzten Wochen abzeichnete, war das Thema “Free Your Android” eines der meist diskutierten und gefragten Themen an unserem Stand. Viele Besucher waren daran interessiert, was sich hinter dem Slogan verbirgt, wie sie ihr Android befreien können bzw. auf was sie beim Kauf eines neuen Handys achten sollten um möglichst problemlos ein alternatives Android-System installieren zu können.

Neben dem Stand habe ich dieses Jahr einen Vortrag über die bevorstehenden Herausforderungen für die Freie Software Bewegung gehalten. Ziel des Vortrags war es neue Entwicklungen aufzuzeigen und Denk- bzw. Diskussionsanstöße zu geben, wie wir als Freie Software Gemeinschaft auf diese Herausforderungen reagieren können. Die Themen des Vortrags reichten von RestrictedBoot und der Frage “Wer entscheidet in Zukunft darüber, was wir auf unseren Computer installieren können?” über Cloud Computing und Verteilte soziale Netzwerke bis hin zu der Frage, wie wir mit der Herausforderungen umgehen, vor die uns neue Geräte wie Tablets und Smartphones stellen, die immer mehr den klassischen PC ablösen. Von den Tablets und Smartphones habe ich dann noch den Bogen zu Freier Software, eBooks und Tablets in der Schule gespannt und abschließend noch das Thema Offene Standards angesprochen, was so kurz vor den Document Freedom Day natürlich nicht unerwähnt bleiben konnte. Der Vortrag wurde mit großem Interesse aufgenommen. Die Themen Freie Software in Schulen und verteilten sozialen Netzwerke haben am meisten Zustimmung gefunden und für reichlich Diskussionsstoff im Anschluss an den Vortrag gesorgt.

Insgesamt war der Augsburger Linux-Infotag eine schöne Veranstaltung mit vielen interessanten Diskussionen, sowohl während meines Vortrags als auch an unserem Info-Stand. Für mehr Eindrücke von der Veranstaltung findet man hier weitere Bilder.

Software Freedom Day in Offenburg


Letzten Samstag durfte ich den diesjährigen Software Freedom Day (SFD) an der FH Offenburg feiern. Organisiert wurde die Veranstaltung von der LugOG und der FreieSoftwareOG-Gemeinschaft. Es wurde ein abwechslungsreiches Programm mit zwei Vortragsreihen zusammengestellt. Dabei hatte ich die Ehre die Keynote zu halten. Beim Thema habe ich mich von Reinhard Müller und dem “Mach dich Frei!”-T-Shirt der FSFE inspirieren lassen. Nach dem Feedback zu urteilen ist der Vortrag sehr gut angekommen, daher werde ich diesen in der einen oder anderen Form sicher wiederverwenden. Die Folien dazu gibt es hier.

Software Freedom Day 2010

Der Software Freedom Day (SFD) ist eine jährliche, weltweite Veranstaltung. Hierzu werden lokale Veranstaltungen auf der ganzen Welt organisiert um über Freie Software zu informieren. Dieses Jahr wurde der “Tag der Freien Software” mit Rund 400 Veranstaltungen gefeiert!

Freie Software – Mehr als nur ein Entwicklungsmodell


SOFa-LogoFreie Software – Mehr als nur ein Entwicklungsmodell, dass war der Titel meines Vortrags auf der diesjährigen Stuttgart Open Fair (eine Parallelveranstaltung zum Weltsozialforum) im Rahmen des Workshops “Gemeingüter zwischen traditionellem Wissen und neuartigen Produktionsweisen”.

Der Workshop war gut besucht und es ergaben sich während und nach dem Vortrag noch interessante Diskussionen. Die Folien zu meinem Vortrag findet man hier.

Ich habe zum ersten mal einen anderen Ansatz versucht und meine Folien hauptsächlich mit Bildern gestaltet, welche das aktuelle Thema optisch unterstreichen sollten. Nach ersten Rückmeldungen kam dies Art der Präsentation und der Vortrag im allgemeinen gut an.

Da die Folien, durch weniger Text und mehr Bildern, diesmal nicht ganz so aussagekräftig sind, möchte ich an dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung des Vortrags geben:

Angefangen habe ich mit der Freie-Software-Definition, um dem sehr gemischten Publikum eine kleine Einführung in Freie Software zu geben. Anschließend habe ich versucht zu veranschaulichen, wie sehr unser Leben heute von Software durchdrungen ist. Eine Interessante Zahl die ich in dem Zusammenhang aus einem Vortrag von Georg Greve habe: Der Mensch interagiert im Durschnitt pro Tag 300 mal mit Software. Eine erstaunliche Zahl, wie ich finde.
Ausgehend von der Erkenntnis, wie sehr unser Leben heute von Software durchdrungen ist und wie viele unserer täglichen Handlungen von Software abhängig sind habe ich gesellschaftlichen Implikationen von Software, wie Chancengleichheit und Demokratie, angeschnitten. Den Bereich Chancengleichheit habe ich auf zwei Arten veranschaulicht. Als erstes Beispiel diente Freie Software in der Bildung, durch dessen Einsatz alle Schüler die gleichen Chancen im Unterricht haben. Das zweite Beispiel bezog sich auf Entwicklungsländer, denen Freie Software die Möglichkeit bietet am Wissen der Industriestaaten zu lernen um eigenes Wissen und eine eigene Industrie aufzubauen. Zum Bereich Demokratie habe ich ausgeführt, wie Freie Software es ermöglicht die Regeln (“Gesetze”) der Informationsgesellschaft zu verstehen und diese als Gesellschaft zu kontrollieren und zu beeinflussen.
Abschließend wurden mögliche Entwicklungsmodelle, Geschäftsmodelle auf der Basis von Freier Software beschrieben.

Der Vortrag ging gut 30 Minuten und wurde von anregenden Diskussionen begleitet. Abschließend lässt sich sagen, dass es eine interessante Veranstaltung war, der Workshop hat sehr viel Spaß gemacht und das gemischte Publikum wirkte sehr interessiert.