Archive for May, 2016

Road Ahead


Road ahead

CC BY 2.0 by Nicholas A. Tonelli

I just realized that at June, 1 it is exactly four years since I joined ownCloud Inc. That’s a perfect opportunity to look back and to tell you about some upcoming changes. I will never forget how all this get started. It was FOSDEM 2012 when I met Frank, we already knew each other from various Free Software activities. I told him that I was looking for new job opportunities and he told me about ownCloud Inc. The new company around the ownCloud initiative which he just started together with the help of others. I was directly sold to the idea of ownCloud and a few months later I was employee number six at ownCloud Inc.

This was a huge step for me. Before joining ownCloud I worked as a researcher at the University of Stuttgart, so this was the first time I was working as a full-time software engineer on a real-world project. I also didn’t write any noteworthy PHP code before. But thanks to a awesome community I got really fast into all the new stuff and could speed up my contributions. During the following years I worked on many different aspects of ownCloud, from sharing, over files versions to the deleted files app up to a complete re-design of the server-side encryption. I’m especially happy that I could contribute substantial parts to a feature called “Federated Cloud Sharing”, from my point of view one of the most important feature to move ownCloud to the next level. Today it is not only possible to share files across various ownCloud servers but also between other cloud solutions like Pydio.

But the technical part is only a small subset of the great experience I had over the last four years. Working with a great community is just amazing. It is important to note that with community I mean everyone, from co-workers and students to people who contributed great stuff to ownCloud in their spare time. We are all ownCloud, there should be no distinction! We not only worked together in a virtual environment but meet regularly in person at Hackathons, various conferences and at the annual ownCloud conference. I met many great people during this time which I can truly call friends today. I think this explains why ownCloud was never just a random job to me and why I spend substantial parts of my spare time going to conferences, giving talks or helping at booths. ownCloud combined all the important parts for me: People, Free Software, Open Standards and Innovation.

Today I have to announce that I will move on. May, 25 was my last working day at the ownCloud company. This is a goodbye and thank you to ownCloud Inc. for all the opportunities the company provided to me. But it is in no way a goodbye to all the people and to ownCloud as a project. I’m sure we will stay in contact! That’s one of many great aspects of Free Software. If it is done right a initiative is much more than any company which might be involved. Leaving a company doesn’t mean that you have to leave the people and the project behind.

Of course I will continue to work on Free Software and with great communities, especially I have no plans to leave the ownCloud community. Actually I hope that I can even re-adjust my Free Software and community focus in the future… Stay tuned.

Freie Software im Koalitionsvertrag Baden-Württemberg


Landeswappen Baden-Württemberg

Am 13. März wurde in Baden-Württemberg der neue Landtag gewählt. Die nächsten 5 Jahre werden politisch von einer Koalition aus Bündnis 90/Die Grünen und der CDU gestaltet. Am letzten Wochenende wurde hierfür der Koalitionsvertrag von beiden Parteien bestätigt. Ich nahm diese Gelegenheit zum Anlass, um mir den Koalitionsvertrag genauer anzusehen, insbesondere mit Blick auf Freie Software. Dabei wurde ich an mehreren Stellen fündig.

So heißt es im Abschnitt “Chance zur Entbürokratisierung”:

Wir werden die E-Government-Richtlinien und das Beschaffungswesen des Landes bei der IT-Beschaffung in Richtung Open Source weiterentwickeln.

Dies ist sehr zu begrüßen. Unter anderem fordern Organisationen wie die Free Software Foundation Europe (FSFE) oder die Open Source Business Alliance (OSBA) schon seit längerem, dass durch die Öffentlichkeit finanzierte Software unter einer Freie-Software-Lizenz veröffentlicht werden soll und dass bei Ausschreibungen Freie Software stärker beachtet wird. Gerade in diesem Jahr möchten beide Organisationen hierzu auch verstärkt aktiv werden.

Weiter heißt es im selben Abschnitt:

Auch die Bereitstellung freier Software und offener Bildungsressourcen (OER) durch das Landesmedienzentrum begrüßen und unterstützen wir.

Gerade Schulen, in denen die nächste Generation mit Software und Bildungsressourcen zum ersten Mal systematisch in Kontakt kommt, ist es von großer Bedeutung, dass von Anfang an ein Verständnis dafür entwickelt wird, wie man im Informationszeitalter nachhaltig Wissen und Information erarbeitet und veröffentlicht. Wie könnte dies besser geschehen als durch den praktischen Einsatz von Freier Software und freien Lerninhalten?

Im Abschnitt “Allianz Wirtschaft 4.0 für die Digitalisierung im Mittelstand” ist sogar ein ganzer Abschnitt Freier Software gewidmet. So heißt es dort:

Kleine und mittlere IT-Unternehmen im Land sind besonders aktiv in der Entwicklung von freier, quelloffener Software (Open Source) und in den damit verbundenen Dienstleistungen. Open Source bietet ebenso wie freie Standards und offene Formate große Chancen für ein herstellerunabhängiges Software-Ökosystem. Diese Ansätze wollen wir unterstützen.

Hier wird zurecht der Vorteil Freier Software zur Stärkung des Standorts gewürdigt. Freie Software ermöglicht es, lokale Unternehmen zu fördern und sowohl Wissen als auch Wirtschaftsleistung im Land zu halten. Darüber hinaus wird auf die Wichtigkeit eines herstellerunabhängigen Software-Ökosystems hingewiesen. Man darf gespannt sein, wie die konkrete Unterstützung und Förderung in den nächsten Jahren aussehen wird.

Der Abschnitt “DIGITAL@BW: Schulen mit Digitalisierung und Medienkompetenz” wird noch einmal ausführlicher auf die Rolle von Freier Software und Open Education Resources (OER) eingegangen:

Wir werden die pädagogisch begleitete Nutzung von E-Learning-Programmen im Unterricht vorantreiben und ihr Potenzial hin zu einer genau auf den einzelnen Schüler abgestimmten individuellen Förderung erschließen. Digitale Medien sind fächerübergreifend ebenso wie im Fachunterricht hilfreich. Entscheidend ist weniger die Technik als vielmehr das pädagogische Konzept. Wir setzen uns dafür ein, dass an den Schulen verstärkt freie Lern- und Lehrmaterialien (Open Educational Resources und Freie Software) genutzt werden können.

Gerade bei der fortschreitenden Digitalisierung der Schulen besteht die Gefahr, dass mit dem Einsatz von proprietärer Software frühzeitig Produktschulung betrieben wird, anstelle dass Konzepte gelehrt werden. Des Weiteren kann es schnell passieren, dass der Unterricht mehr oder weniger direkt zur Werbung für einzelne Unternehmen und Produkte genutzt wird. Auch darf der Lock-In Effekt nicht unterschätzt werden. Haben Schüler über viele Jahre hinweg gelernt, mit einer bestimmten Software zu arbeiten und viele Dokumente in proprietären Formaten erstellt, wird ein späterer Wechsel viel schwieriger. Dieses Risiko kann gemindert werden, indem die Schulen darauf achten, dass Dokumente in offen standardisierten Formaten erstellt und bereitgestellt werden.

Es ist zu begrüßen, wenn durch den Einsatz von Freier Software und Offenen Standards eine Bindung an einzelne Programme oder Unternehmen verhindert oder zumindest reduziert wird. Dies gelingt natürlich nur, wenn der Unterricht auch entsprechend aufgebaut ist. Die Wahl von freien Werkzeugen und offen Bildungsressourcen sorgen aber schon einmal für gute Grundvoraussetzungen.

Die Bekundungen zu Freier Software, Offenen Standards und offenen Bildungsressourcen hören sich durchweg positiv an. Wie man aus vergangenen Koalitionsverträgen weiß, bedeutet das aber nicht immer, dass auch alles entsprechend umgesetzt wird. Von daher bleibt es spannend zu beobachten was in den nächsten fünf Jahren in Baden-Württemberg im Bezug auf Freie Software passiert. Ich werde es mit großem Interesse verfolgen und freue mich, wenn ich im Laufe dieser Zeit über konkrete Umsetzungen berichten kann.