Archive for January, 2010

Fellowship Treffen Stuttgart – Freie Software in der Bildung


In den letzten Monaten gab es leider keine Treffen der Fellowship-Gruppe Stuttgart. Das wollen wir im Jahr 2010 wieder ändern! Daher möchte wir euch am Donnerstag, den 11. Februar zum Fellowship-Treffen in Stuttgart einladen. Wir werden uns in Sophies Brauhaus ab 20 Uhr treffen.


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An diesem Tag wird auch Thomas Jensch, Koordinator des Edu-Teams der FSFE, anwesend sein. Thomas wird über den aktuellen Stand des Edu-Teams, geplante Aktivitäten und allgemein über Freie Software in der Bildung berichten. Wenn Ihr euch für das Thema interessiert oder schon selber Erfahrung mit Freier Software in der Bildung gesammelt habt, dann ist dieses Treffen genau das richtige für euch. Gerne dürft Ihr auch Freunde und Bekannte mitbringen die sich allgemein für Freie Software oder gezielt für Freie Software in der Bildung interessieren.

Wenn darüber hinaus noch etwas Zeit bleibt, dann würde ich die Gelegenheit gerne nutzen um mit euch über den Neustart eines regelmäßigen Fellowship-Treffen in Stuttgart zu sprechen. Was sind eure Interessen? Was erwartet bzw. erhofft Ihr euch von einem regelmäßigen Fellowship-Treffen in Stuttgart? usw.

Thomas und ich freuen uns schon darauf euch am Donnerstag, den 11. Februar in Stuttgart zu treffen.

Um einen ausreichend großen Tisch reservieren zu können, würde ich mich über eine kurze Rückmeldung freuen!

Freie Software – Mehr als nur ein Entwicklungsmodell


SOFa-LogoFreie Software – Mehr als nur ein Entwicklungsmodell, dass war der Titel meines Vortrags auf der diesjährigen Stuttgart Open Fair (eine Parallelveranstaltung zum Weltsozialforum) im Rahmen des Workshops “Gemeingüter zwischen traditionellem Wissen und neuartigen Produktionsweisen”.

Der Workshop war gut besucht und es ergaben sich während und nach dem Vortrag noch interessante Diskussionen. Die Folien zu meinem Vortrag findet man hier.

Ich habe zum ersten mal einen anderen Ansatz versucht und meine Folien hauptsächlich mit Bildern gestaltet, welche das aktuelle Thema optisch unterstreichen sollten. Nach ersten Rückmeldungen kam dies Art der Präsentation und der Vortrag im allgemeinen gut an.

Da die Folien, durch weniger Text und mehr Bildern, diesmal nicht ganz so aussagekräftig sind, möchte ich an dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung des Vortrags geben:

Angefangen habe ich mit der Freie-Software-Definition, um dem sehr gemischten Publikum eine kleine Einführung in Freie Software zu geben. Anschließend habe ich versucht zu veranschaulichen, wie sehr unser Leben heute von Software durchdrungen ist. Eine Interessante Zahl die ich in dem Zusammenhang aus einem Vortrag von Georg Greve habe: Der Mensch interagiert im Durschnitt pro Tag 300 mal mit Software. Eine erstaunliche Zahl, wie ich finde.
Ausgehend von der Erkenntnis, wie sehr unser Leben heute von Software durchdrungen ist und wie viele unserer täglichen Handlungen von Software abhängig sind habe ich gesellschaftlichen Implikationen von Software, wie Chancengleichheit und Demokratie, angeschnitten. Den Bereich Chancengleichheit habe ich auf zwei Arten veranschaulicht. Als erstes Beispiel diente Freie Software in der Bildung, durch dessen Einsatz alle Schüler die gleichen Chancen im Unterricht haben. Das zweite Beispiel bezog sich auf Entwicklungsländer, denen Freie Software die Möglichkeit bietet am Wissen der Industriestaaten zu lernen um eigenes Wissen und eine eigene Industrie aufzubauen. Zum Bereich Demokratie habe ich ausgeführt, wie Freie Software es ermöglicht die Regeln (“Gesetze”) der Informationsgesellschaft zu verstehen und diese als Gesellschaft zu kontrollieren und zu beeinflussen.
Abschließend wurden mögliche Entwicklungsmodelle, Geschäftsmodelle auf der Basis von Freier Software beschrieben.

Der Vortrag ging gut 30 Minuten und wurde von anregenden Diskussionen begleitet. Abschließend lässt sich sagen, dass es eine interessante Veranstaltung war, der Workshop hat sehr viel Spaß gemacht und das gemischte Publikum wirkte sehr interessiert.

FSFE mit Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichnet


Die überparteiliche Theodor Heuss Stiftung wurde 1964 gegründet und trägt den Namen des ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Die Stiftung vergibt seit ihrer Gründung alljährlich den Theodor Heuss Preis und die dem Preis ebenbürtigen Theodor Heuss Medaillen, um bürgerschaftliche Initiative und Zivilcourage zu fördern. Die Stiftung will damit “auf etwas hinweisen, was in unserer Demokratie getan und gestaltet werden muss, ohne dass es bereits vollendet ist” (Carl Friedrich v. Weizsäcker, 1965).

Dieses Jahr wurde die Free Software Foundation Europe (FSFE) zusammen mit Oxfam Deutschland mit der Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichnet. Die Verleihung wird am 8. Mai in Stuttgart stattfinden.

Die Theodor Heuss Stiftung schreibt hierzu:

Die Theodor Heuss Medaillen 2010 gehen an die Free Software Foundation Europe e. V. (Düsseldorf) und an Oxfam Deutschland e.V. (Berlin), die sich durch neue Strategien der kooperativen Wertschöpfung und durch verantwortungsvolles Handeln für eine gerechtere Welt einsetzen.

In der Pressemitteilung der FSFE sagt Karsten Gerloff: “Freie Software ist die unverzichtbare Komponente einer freiheitlichen Gesellschaft im digitalen Zeitalter. Sie sichert den gleichberechtigten Zugang aller Menschen zur Informationsgesellschaft” und zeigt sich hoch erfreut über die Auszeichnung. “Die Free Software Foundation Europe wurde im November 2000 von einer kleinen Gruppe von Menschen ins Leben gerufen, die ihrer Zeit voraus waren und unermüdlich und unter großem persönlichen Einsatz für ihren Erfolg gearbeitet haben. Insbesondere zu nennen sind hier der Initiator der FSFE, Georg Greve, der die FSFE unter erheblichem persönlichen Risiko gegründet und bis zum Juni 2009 aufgebaut und geleitet hat, sowie Mitgründer Bernhard Reiter, der das deutsche Team über lange Jahre zu einer der stärksten Gruppen für Freie Software in Europa gemacht hat.”, so der Präsident der FSFE.

Ich selbst bin mittlerweile seit 2005 ehrenamtlich für die FSFE aktiv. Angefangen als Fellow und Übersetzer bis hin zur Mitgliedschaft im deutschen Team und seit einem guten Jahr im europäischen Kernteam. An Tagen wie diesen freue ich mich besonders über die Anerkennung, welche die FSFE mittlerweile aus vielen verschiedenen Richtungen erfährt. Dies alles wäre ohne den vielen Menschen, Fellows, Unterstützer und Spender, welche hinter der FSFE stehen nicht möglich.

Auch das Web- und Übersetzer-Team soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, welches in den letzten Tagen hart gearbeitet hat um die Webseiten zu aktualisieren und die Pressemitteilung rechtzeitig zur Bekanntgabe der Auzeichnung in viele Sprachen übersetzt hat.